Wesel. Wesel trauert um Hermann Knüfer, der gestern plötzlich und unerwartet im Alter von 77 Jahren gestorben ist. Den meisten Menschen dürfte Knüfer als ehemaliger Chef des Andreas-Vesalius-Gymnasiums (AVG) bekannt gewesen sein. Fast drei Jahrzehnte war er an dieser Schule, hat Tausende junge Leute kommen und gehen sehen.
 
Am Staatlichen Weseler Jungengymnasium (heute Konrad-Duden-Gymnasium) hatte der gebürtige Drevenacker Ende der 50er Jahre sein Abitur gemacht. Lieblingsfächer: Geschichte und Literatur. Knüfer erhielt ein Stipendium und ging nach Münster. Dort genoss er nach eigenen Worten die "große Freiheit, sechs Jahre mit Lust Literatur und Geschichte zu studieren". Als Referendar kam der Vater zweier Kleinkinder, 1964 hatte er seine Jugendliebe geheiratet, 1966 ans Mädchengymnasium Wesel (heute AVG). Dessen Schulleiterin Elsbeth Eich war es, die Knüfer 1968 als Assessor nach Wesel holte. Sieben Jahre später wurde er bereits stellvertretender Schulleiter, bevor er im August 1989 die Nachfolge seiner Vorgängerin Johanna Hahnen antrat. 2002 ging er in den Ruhestand, in dem er weiter gut zu tun hatte.

Knüfer war Vorsitzender der Elternselbsthilfe für Geistigbehinderte, bekannt durch ihre Wohngemeinschaft an der Schifferstraße in Bislich. Außerdem war der Mann mit dem Faible für Geschichte seit 2002 Vorsitzender der Historischen Vereinigung Wesel. Hier war er Nachfolger von Inge Müller-Heuser, einem weiteren Urgestein des Mädchengymnasiums.

 
(fws)