30.08.2018: AVG-Schüler lernen jetzt in digitaler Wolke

Das Andreas-Vesalius-Gymnasium (AVG) gehört zu den bundesweit 40 Pilotschulen, in denen eine neue Schul-Cloud im Alltag getestet wird – ein Schritt auf dem Weg zum digitalen Unterricht, der mehr und mehr an Bedeutung gewinnt.

Dass Schüler auch weiterhin in Hefte schreiben und in Büchern lesen, daran hat Dorotheé Brauner, die Direktorin des Weseler Andreas-Vesalius-Gymnasium (AVG), keinen Zweifel. Gleichwohl weiß sie, dass sich in einer digitalisierten Welt der Unterricht wandelt. Das heißt, dass Smartphone und Tablet als zusätzliche Werkzeuge immer mehr Einzug halten in die Klassenzimmer. Auch an ihrer Schule.

Das AVG, seit Jahren eine der mehr als 300 zertifizierten Schulen mit ausgeprägtem Profil in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (Mint) und somit Mitglied im nationalen Excellence-Schulnetzwerk Mint-EC, hat sich erfolgreich um die Teilnahme an einem richtungsweisenden Pilotprojekt beworben. Das Innenstadt-Gymnasium gehört damit zu den bundesweit 40 neuen Mint-EC-Pilotschulen, in denen die sogenannte Lernplattform HPI Schul-Cloud im Unterricht auf Herz und Nieren getestet wird. Drei Lehrer – Ilka Löser, Vincent Nikolai und Christian Karus – werden ab sofort in ihren Klassen mit der neuartigen App arbeiten.

Sorge, dass Informationen über ihre Kinder beim Arbeiten mit der „Datenwolke“ womöglich in falsche Hände geraten, müssten die Eltern nicht haben, sagt die Schulleiterin. Denn: „Die HPI-Schul-Cloud berücksichtigt die strengen Datenschutzregelungen der Europäischen Union.“

AVG-Schulleiterin Dorotheé Brauner und Lehrer Vincent Nikolai sind angetan von den Möglichkeiten der HPI Schul-Cloud.

Doch wie muss sich der Laie die Arbeit der Schüler mit der Schul-Cloud vorstellen? Vincent Nikolai, der mehrfach zu Schulungen in Berlin war und mit Entwicklern der Spezial-App im Austausch steht, spricht von der Schul-Cloud „als Kommunikationsfläche“, die sowohl als App als auch als Internetseite zur Verfügung stehe. Und dann nennt er ein Beispiel aus der Praxis. „Im Fach Geschichte wird die römische Antike behandelt. Die Schüler können jetzt mit Hilfe ihrer eigenen Laptops, Smartphones, Tablets oder mit internetfähigen Geräten, die die Schule zur Verfügung stellt, im Unterricht Vlogging betreiben – eine Mischung aus Video und Blogging.“ Unter anderem schreiben sie ein Drehbuch, gestalten einen Filmbeitrag und bereiten so den Unterrichtsstoff auf ungewöhnliche Art und Weise auf. Vincent Nikolai ist überzeugt, „dass die Schüler so sehr viel mehr mitbekommen, als wenn ich ihnen sage, dass sie im Fachbuch einige Seiten lesen sollen oder nur ein Foto durch die Reihen gehen lasse. Sie sind viel motivierter.“ Da die Namen der Kinder beim einloggen in die Schul-Cloud verschlüsselt seien, gebe es auch keine Problem mit dem Datenschutz. So wie Dorothée Brauner betont auch er, „dass die Digitalisierung den analogen Unterricht nie ganz ersetzen wird. Man ist nur vielfältiger und kann auf die Digitalisierung auf schulischer Ebene reagieren“, sagt er.

Froh ist man beim AVG, dass die Stadt als Träger dafür gesorgt hat, die Schule mittlerweile komplett mit Schüler-WLAN auszustatten. Dafür, dass die Kinder nicht fröhlich auf allen möglichen Seiten herumsurfen können, sorgen spezielle Filter. „Und spätestens 90 Minuten, nachdem sie sich eingeloggt haben, endet die Verbindung“, sagt Vincent Nikolai. Bis spätestens Ende des neuen Schuljahres sollen alle Lehrer mit der Schul-Cloud arbeiten.

Foto und Text: Klaus Nikolei

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