Freiarbeit

Seit dem Schuljahr 2006/07 gibt es an unserer Schule die Freiarbeit für die Jahrgangsstufen 5 und 6.

Hier lernen die Kinder in einer dafür im Stundenplan gesondert ausgezeichneten Doppelstunde methodisch anders als im übrigen Unterricht: Sie arbeiten frei

  • in der Wahl des Faches, denn jedes Kind hat Stärken, die weiter gefördert und Schwächen, die ausgeglichen werden sollten,
  • in der Einteilung ihrer Zeit, denn jedes Kind hat sein eigenes Lerntempo,
  • in der Wahl des Arbeitsplatzes, denn auch der Flur und andere Plätze in der   Klasse dürfen genutzt werden,
  • in der Lernmethode, denn es gibt unterschiedliche Lerntypen,
  • in der gewählten Sozialform, denn zwischen Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit kann gewählt werden.

Somit wird die Freiarbeit in besonderer Weise dem Schulgesetz aus dem Jahr 2006/07 gerecht, das eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler fordert. Denn so kann die Schule leistungsschwächeren und leistungsstärkeren Kindern in besonderem Maße begegnen.

Im Zentrum der Freiarbeit steht die Aktivität des Schülers, der Unterrichtsinhalte oder freie Themen eigenverantwortlich erarbeitet.

Die Rolle des Lehrers verändert sich ebenfalls: Er ist Begleiter des Lernprozesses, tritt in den Hintergrund und leistet Hilfe zur Selbsthilfe, z.B. bezüglich des Umgangs mit dem Freiarbeitsmaterial.

Dieses Material stellt das Kernstück der Freiarbeit dar. Es existiert für fast alle Fächer, ist in der Regel selbsterklärend in seiner Anwendung und wird zu einem großen Teil von den Lehrerinnen und Lehrern selbst hergestellt.

Damit die Freiarbeit auch gelingt, müssen Regeln aufgestellt und eingehalten werden. Diese werden mit der Klasse erarbeitet und kontrolliert.

Jede Schülerin/jeder Schüler muss am Ende der wöchentlichen Freiarbeitsstunden einen Nachweis über seine Arbeiten in einem dafür vorgesehenen Formular erbringen, das vom Lehrer abgezeichnet wird.

Am Ende jedes Halbjahres erhalten die Kinder auf ihrem Zeugnis eine Beurteilung in den Kategorien „Arbeitsverhalten“ und „Qualität der Ergebnisse“. So bekommen auch die Eltern eine Rückmeldung über diese Arbeitsform, die letztlich die inhaltliche, soziale und personale Kompetenz des Kindes stärkt.

Stellt die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer nach einer Beobachtungszeit fest, dass einzelne Schüler mit der oben beschriebenen Freiheit des Arbeitens nicht umgehen können, wird sie/er die betroffenen Kinder zu Aufgaben   verpflichten, die ihrer/seiner Einschätzung nach der Förderung des Kindes dienen.

Außerdem gibt es eine spezielle Förderung innerhalb der Freiarbeit für Kinder, die - besonders anhand der Klassenarbeiten erkennbare -   fachliche Schwierigkeiten haben. Diese bekommen von der/dem jeweiligen Fachlehrer/In Fördermaterial, das speziell auf ihr fachliches Problem zugeschnitten ist. Damit können sie noch einmal gezielt ihre Defizite aufarbeiten. 

Wir freuen uns sehr darüber, dass seit Beginn des Schuljahres 2008/09 ein Kooperationsvertrag mit der Stadtbücherei Wesel existiert. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 dürfen nach einer Einführungsveranstaltung die öffentliche Stadtbücherei benutzen, um im Rahmen ihrer ausgewählten Themen zu recherchieren und neue Informationen zu gewinnen. Dies ist ein Angebot, durch das die Kinder über die Möglichkeiten unserer Schule hinaus lernen, wie man sich Informationen beschafft, sie sinnvoll zusammenstellt und bearbeitet.

Häufig werden von den Kindern im Anschluss Lernplakate erstellt und deren Inhalte vor der Klasse vorgestellt. So konnten die Freiarbeitslehrer/Innen in den letzten Jahren beobachten, wie die Kinder zunehmend in der Lage waren, ihre Ergebnisse sicher, souverän und ernsthaft zu präsentieren.

Eine erste Evaluation der Freiarbeit am Ende des Schuljahres 2011/12 hat ergeben, dass diese Arbeitsform von den Kindern gut angenommen wird und besonders überzeugende Ergebnisse im Bereich der Methoden- und Sozialkompetenz erzielt. 

Seit dem Schuljahr 2013/14 wird unser Freiarbeitskonzept zunehmend erweitert. So ist das Modell Freiarbeit-Plus entstanden.

In den Freiarbeitsstunden stehen Fachlehrer und Fachlehrerinnen für die schriftlichen Fächer bereit, um mit wenigen Kindern in anderen Klassenräumen Defizite aufzuarbeiten, die im Unterricht und durch die Klassenarbeiten aufgefallen sind. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, Inhalte noch einmal gezielt zu wiederholen, die den individuellen Bedürfnissen der Kinder angepasst sind.