Evolution des Menschen -

Woher kamen wir wirklich? Und wie kamen wir an den Ort an dem wir heute leben?

 

Bei der Exkursion zur Bochumer Universität wurden diese und noch viele Fragen zum Thema der DNA - Analyse beantwortet.

Als wir uns früh morgens mit dem Zug auf den Weg machten, war die Stimmung mit unterschiedlichen Erwartungen gefüllt. Das Thema rund um die DNA - Analyse wurde vorher schon im Unterricht angesprochen, so dass wir schon etwas Vorwissen mitbringen konnten. Was genau uns in Bochum erwarten würde, wussten wir jedoch nicht. Nach einer anderthalb Stunden Zug- und Busfahrt erreichten wir die Uni um ca. neun Uhr. Dort wurden wir bereits von einigen Studenten erwartet, die uns den Tag lang durch das Programm führen würden.

Nach einer Vorstellung und Einleitung durften wir unsere Sachen in Spinde verstauen und jeweils die bereitgelegten Kittel, Schutzbrille und Schutzhandschuhe anziehen. Zuerst wurde uns eine Einweisung gegeben und die Verhaltensregeln innerhalb der Labore wurden erklärt.

Danach wurde uns schließlich das Thema des Tages vorgestellt.

DNA Studien lassen vermuten, dass alle Menschen von einer Gruppe gemeinsamer Vorfahren abstammen, die etwa vor 80.000 bis 90.000 tausend Jahren begann sich auszubreiten.

Den Großteil unseres Genoms erhalten wir durch die Kombination der Gene unserer Eltern. Dies macht es schwer, Abstammungslinien zu verfolgen. Doch es gibt das Y- Chromosom und die mitochondriale DNA, in denen die DNA nur durch Mutation variiert. Wenn diese Mutation an die Generationen weitergegeben werden, können sie als genetischer Marker benutzt werden, um die Abstammung zurückzuverfolgen. Einige dieser Mutationen sind in bestimmten Gebieten sehr oft anzutreffen und werden dann einen Haplotyp zugeordnet.

 

Ablauf des Projekttages:

Um die Haplogruppen zu bestimmen, ist es notwendig, einige molekularbiologische Methoden anzuwenden. Dazu durften wir unsere eigene Mundschleimhaut entnehmen, um daraus die DNA zu isolieren. Anschließend werden bestimmte Abschnitte dieser DNA mittels der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) vervielfältigt. Danach wird mithilfe von Restriktionsenzymen die DNA an bestimmten Stellen „geschnitten“,  um die Haplogruppe bestimmen zu können. Das Ergebnis wird letztendlich anhand einer Gelelektrophorese ermittelt.

Je nachdem, ob die DNA der Schülerinnen und Schüler eine passende Schnittstelle (Mutation) für die Restriktionsenzyme aufweist, wurden die DNA-Abschnitte aus der PCR von diesen Enzymen in eine ganz bestimmte Anzahl an Fragmenten definierter Größe geschnitten.

So konnten wir letztendlich den Weg unserer Vorfahren anhand unserer eigenen DNA verfolgen.

 

Während all dieser Vorgänge wurde in Zweiergruppen gearbeitet, so dass jeder Schüler die Chance bekam, selber zu pipettieren und ähnliche Vorgänge durchzuführen.  Da die Arbeit im Labor auf Dauer anstrengend ist, weil man die ganze Zeit steht, hat uns die einstündige Mittagspause eine Auszeit gegeben. Wir hatten Gelegenheit, das Unigelände zu sehen und konnten in der Mensa etwas essen, bevor wir unsere bisherigen Ergebnisse ausgewertet haben. 

Die Ergebnisse haben bestätigt, dass die Vorfahren der Schüler/Innen aus dem Kurs Afrika ursprünglich über das Horn von Afrika verlassen haben, wie fast alle Europäer auch.  Asiaten beispielsweise haben einen anderen Weg genommen, die Halbinsel von Sinai.

Zusammenfassend hatten wir einen erfahrungsreichen Tag. Wir hatten die Gelegenheit, in einem Labor zu arbeiten und dort die Arbeitsweisen kennenzulernen. Außerdem konnten wir einen ersten kleinen Einblick in das Uni - Leben bekommen.

 

Annika Poloczek, LK 11 Biologie